Anlässlich des Weltnichtraucher:innentages erinnerten die Kinder des KinderParlaments daran, dass auf den Grazer Spielplätzen nicht geraucht werden darf. Gleichzeitig luden sie alle anderen steirische Gemeinden dazu ein, ihre Spielplätze ebenfalls als rauchfreie Zonen zu deklarieren.

Nicht rauchen am Spielplatz – Danke, das KinderParlament © Kinderbüro-die Lobby für Menschen bis 14

Seit mehr als 10 Jahren ruft das KinderParlament dazu auf, auf Kinderspielplätzen nicht zu rauchen. In zahlreichen Aktionen verteilten die Kinder Flyer, spazierten mit Hinweisschildern durch die Stadt und klärten die Menschen auf. Darüber hinaus wurden Tafeln aufgestellt, die die Spielplätze als rauchfreie Zonen ausweisen. Jährlich sammelten die Kinder tausende Zigarettenkippen auf Spielplätzen und den angrenzenden Parkflächen und machten auf die Verschmutzung aufmerksam.

Grazer Spielplätze per Verordnung rauchfrei

Die Stadt Graz hat auf die Anliegen der Kinder reagiert. Seit Ende Juli 2020 gilt ein Rauchverbot für alle öffentlich zugänglichen Kinderspielplätze und -flächen, die im Eigentum der Stadt Graz stehen oder von dieser verwaltet werden. Vom Verbot sind neben den Spielflächen und der Spielgeräte auch die Wege- Pflanzungs- und Rasenflächen, sowie sonstige Einrichtungen, Tische, Bänke und Stühle erfasst. Bei Verstößen droht eine Geldstrafe bis zu 1.000 Euro.

Ziel ist, dass Kinder im öffentlichen Raum bestmöglich vor Tabak, konkret vor den negativen Auswirkungen des Passivrauchens, aber auch vor einem möglichen eigenen Rauchstart, geschützt werden. Des Weiteren sollen Kleinkinder vor einer Tabakvergiftung geschützt werden.

Aktion zur Erinnerung an das Rauchverbot auf Grazer Spielplätzen vor dem Augartenspielplatz, v.r.n.l. MMag. Thomas Plautz, Kinderbüro -die Lobby für Menschen bis 14, KinderParlament Graz, Stadtrat Kurt Hohensinner, Bundesrat Dr. Karlheinz Kornhäusl, Oberst Heiland, BA MA Stadtpolizeikommando, Mag. Markus Schabler, Jugendamt, Romana Rossegger, BA, Kinderbüro die Lobby für Menschen bis 14 © Stadt Graz/Fischer

Zigarettenstummel, die auf Grün- oder gar Spielflächen weggeworfen werden, stellen eine große Gefahr dar, da Kinder immer wieder Dinge, die sie am Boden finden, in den Mund stecken. Erwachsene sollen so dazu angeregt werden, Bedürfnisse von Kindern ernst zu nehmen und Vorbilder für die Kinder und Jugendlichen zu sein. Die Maßnahmen dienen der Umsetzung des Kinderrechts auf bestmögliche Gesundheit und Gesundheitsvorsorge (Artikel 24 der UN-Kinderrechtekonvention). Die Umsetzung des Rauchverbots auf Grazer Spielplätzen betrifft aber auch das Recht auf Beteiligung (Art. 12 UN-KRK) wie Mag. Markus Schabler, Referatsleiter im Grazer Amt für Jugend und Familie, betont:

„Die rauchfreien Spielplätze in der Stadt Graz sind seit einem Jahr für die Kleinsten selbstverständlich. Es ist absolut zeitgemäß, auf öffentlichen Spielplätzen nicht mehr zu rauchen. Das war nicht immer so, seit 10 Jahren haben die unterschiedlichen Generationen der Grazer KinderbürgermeisterInnen das Thema in die Stadtpolitik eingebracht. Es ist sozusagen ein Herzensthema des KinderParlaments gewesen und es ist damit auch ein Best Practice-Beispiel dafür, wie Partizipation in einer Stadt stattfinden kann. Natürlich standen bei der Umsetzung der Verordnung gesundheitliche Gründe und der Schutz der Kleinsten im Vordergrund. Und dann geht es auch darum, dass Erwachsene auch so etwas wie Vorbildwirkung haben.“

Auch Bundesrat Dr. Karlheinz Kornhäusl unterstreicht die Vorbildwirkung von erwachsenen Menschen: „Das seit mittlerweile 12 Monaten geltende Rauchverbot auf Kinderspielplätzen war ein erster wichtiger Schritt in Richtung Prävention. Es kann nicht sein, dass jedes Jahr Kleinkinder mit Nikotinvergiftung im Spital aufgenommen werden müssen, weil sie auf dem Spielplatz einen Zigarettenstummel verschluckt haben. Zudem geht es auch wesentlich um eine Vorbildwirkung, die wir als Erwachsene haben. Vergessen wir nicht: Die Kinder von heute, sind die Erwachsenen von morgen.“

Jugend- und Familienstadtrat Kurt Hohensinner, freut sich, dass Sie dem lang gehegten Wunsch der Kinderbürgermeister nachkommen konnten und die Grazer Spielplätze nun seit einem Jahr rauchfrei sind.

„Mit dem Rauchverbot auf Spielplätzen haben wir eine positive Vorreiterrolle in der Steiermark eingenommen. Ich hoffe, dass viele andere steirische Gemeinden es unserem Beispiel gleichtun. Es geht hier nicht nur um das Rauchen an sich, sondern vor allem auch um die Zigarettenreste. Kinder ahmen die Großen nach und stecken sich die Kippen in den Mund. In diesen stecken dann bis zu 250 unterschiedliche Giftstoffe. Leider zählen Tabakvergiftungen nach wie vor zu den häufigsten Vergiftungen im Kindesalter.“

Auch das Stadtpolizeikommando Graz, mit Oberst Thomas Heiland, BA MA betont „Rauch hat nichts in Kindernasen verloren – und schon gar nicht am Spielplatz!“

Alle steirischen Gemeinden sind eingeladen mitzumachen und die steirischen Spielplätze zu rauchfreien Zonen zu erklären.

Das KinderParlament hinterließ Botschaften zur Erinnerung an die rauchfreien Spielplätze © Kinderbüro- die Lobby für Menschen bis 14

Das Grazer KinderParlament

Das KinderParlament ist ein Beteiligungsprojekt für alle Grazer Kinder und Jugendlichen im Alter von 8 bis 14 Jahren. Dieses wird im Auftrag der Stadt Graz (Amt für Jugend und Familie) vom Kinderbüro – Die Lobby für Menschen bis 14 überparteilich durchgeführt. In regelmäßigen Treffen werden die Ideen und Veränderungswünsche der Kinder besprochen sowie gemeinsame Initiativen geplant und umgesetzt.

Kinderbüro – Die Lobby für Menschen bis 14

Das Kinderbüro wurde 1998 als Interessensvertretung für Kinder und Jugendliche gegründet, um ihre Rechte auf Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention in der Gesellschaft besser bekannt zu machen und umsetzen zu können. Ziel ist, dass die Rechte von Kindern in allen gesellschaftlich relevanten sozialen Systemen bewusst gelebt werden. Das Kinderbüro zeichnet sich durch seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit verschiedenen Projektpartner*innen aus Politik, Verwaltung und Privatwirtschaft aus. Gefördert wird das Kinderbüro vom Land Steiermark (Ressort Bildung, Gesellschaft, Gesundheit und Pflege).

Rückfragehinweis:
Romana Rossegger, BA, Kinderbüro - Die Lobby für Menschen bis 14
0650 833 66 13

Kinder wollen Spielen – und das rauchfrei © Kinderbüro-die Lobby für Menschen bis 14

Man muss mit Erwachsenen Geduld haben. Oft dauert es, bis sie etwas verstehen.