Schreckliche Bilder, Unfassbarkeit und unzählige Fragen begleiten den derzeitigen Konflikt in der Ukraine. Sie machen uns betroffen und hilfsbereit, aber auch ohnmächtig und unsicher. Umso wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche nicht mit ihren Sorgen und Ängsten allein zu lassen. Unsere Übersicht gibt Tipps, wie du mit ihnen altersgerecht über Krieg sprichst, und zeigt, wie du aktiv den Menschen in der Ukraine helfen kannst.

In Krisenzeiten gehören Kinder zu jenen Gruppen, die am meisten darunter leiden. Laut UNICEF sind in der Ukraine aktuell 7,5 Millionen Kinder von der Krise betroffen, eine halbe Million Kinder befinden sich bereits auf der Flucht. Alle müssen dazu beitragen, um die Situation dieser Kinder schnellstmöglich zu verbessern. Genauso wichtig ist es aber, Kinder und Familien in Österreich, die direkt oder indirekt durch den Konflikt betroffen sind, nicht zu vergessen. Einige Kinder in Österreich haben Verwandte und Freund:innen in der Ukraine. Sie brauchen unseren besonderen Beistand. Aber auch Kinder mit russischen Wurzeln sind bei uns in Schulen, in Kindergärten und in der Nachbarschaft. Sie dürfen jetzt auf keinen Fall ausgegrenzt, verurteilt oder gar verantwortlich gemacht werden, denn sie sind für den Konflikt am wenigsten verantwortlich.

Mit Kindern und Jugendlichen über Krieg sprechen

Dass der Krieg in der Ukraine die Nachrichten und sozialen Netzwerke dominiert, ist kein Wunder. Kinder und Jugendliche werden dadurch in ihrem Alltag aber ständig mit Bildern, Videos und Informationen konfrontiert, die sie nicht verarbeiten können oder ihnen Angst machen. Mit diesen Tipps kannst du Kindern und Jugendlichen dabei helfen, mit der Situation umzugehen:

1. Ehrlich darüber sprechen: Kinder spüren, wenn ihren Eltern oder anderen Leuten in ihrem Umfeld etwas nahe geht. Sprich mit ihnen offen über die Situation. Verheimlichen bringt nichts und löst bei Kindern und Jugendlichen noch größere Sorgen und Unsicherheit aus.

2. Kindgerecht erklären: Berichte in Zeitungen, Radio und TV sind für Kinder unter 10 Jahren prinzipiell nicht geeignet, da sie die Informationen nicht verstehen, einordnen und verarbeiten können. Sie haben aber trotzdem das Recht darauf, zu erfahren, was passiert. Dazu eignen sich kindgerechte Medienangebote wie die Kleine Kinderzeitung, das Ö1 Kinderjournal oder die deutsche Kindernachrichtensendung „logo!“.

3. Sicherheit geben: Lass Kinder und Jugendliche mit ihren Fragen nicht allein. Schaut zusammen kindgerechte Nachrichten oder recherchiert gemeinsam. Nimm die Gefühle des Kindes ernst und stelle klar, wie unwahrscheinlich es ist, dass so etwas in nächster Zeit in Österreich passiert. Versichere dem Kind, dass es jederzeit auf dich zukommen kann und du es bei Fragen und Sorgen unterstützt.

4. Weg von der Ohnmacht, hin zum Tun: Oft hilft es gegen Gefühle der Ohnmacht und der Hilfslosigkeit, gemeinsam etwas zu tun. Nehmt an Solidaritätsbekundungen teil, wie z.B. der Bastelaktion der Kleinen Kinderzeitung, zündet daheim eine Kerze an oder sammelt gemeinsam Spenden.

5. Nachrichtenpausen: Sich über aktuelle Ereignisse zu informieren ist gut und wichtig. Legt aber trotzdem immer wieder Nachrichtenpausen ein und beschäftigt euch mit Dingen, die euch guttun. Das hilft nicht nur dem psychischen Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen, sondern auch dem von Erwachsenen.

Weitere Infos und Unterstützung zu dem Thema findest du auf der Elternseite von Rat auf Draht, bei Caritas Österreich, bei Zentrum polis oder beim Familien.Kompetenz.Zentrum. Graz.

Aktiv helfen!

Gemeinsam aktiv den Menschen in der Ukraine zu helfen, ist eine gute Möglichkeit, um Gefühlen der Ohnmacht entgegenzuwirken. Das gilt für alle Altersgruppen. Hier findest du einige Anlaufstellen, wo du auf unterschiedliche Weise den Menschen in der Ukraine und den Geflüchteten helfen kannst.

Geldspenden:

  • UNICEF unterstützt speziell vom Konflikt betroffene Kinder und Familien und liefert nicht nur Hilfsgüter in die betroffenen Regionen, sondern bietet mobile Anlaufstellen für Familien auf der Flucht
  • Voices for Children bietet psychologische und psychosoziale Unterstützung für Kinder in der Ukraine und assistiert bei der Evakuierung
  • SOS Kinderdorf unterstützt Kinder und Familien in Not und bietet Unterkünfte für geflüchtete Kinder und Familien
  • Österreichisches Rotes Kreuz leistet medizinische und humanitäre Hilfe in den betroffenen Gebieten

Sachspenden:

  • Wir für Ukraine, eine Aktion von Caritas Steiermark und Kleine Zeitung, für die Hilfe vor Ort (nimmt auch Geldspenden)
  • Save Ukraine Graz
  • Vinothek im Hof, dort können täglich von 09:00-21:00 Uhr Sachspenden abgegeben werden – am besten vorher online informieren, welche Güter gerade gebraucht werden

Weitere Infos und Links zum rund um Hilfeleistungen für die Ukraine findest du auf derstandard.at oder auf der Website der Stadt Graz.

Egal, ob du aktiv hilfst oder anders mit der Situation umgehst: Wichtig ist, Rücksicht auf deine eigenen emotionalen Bedürfnisse und die der Kinder in deinem Umfeld einzugehen. Wir wünschen uns schnellstens Frieden in der Region. Für die Zukunft der Kinder in der Ukraine, in Russland und in ganz Europa!

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