Die Wochen, in denen das Corona-Virus unser wirtschaftliches und soziales Leben lahmlegte, die Zeit in der nicht nur Geschäfte und Fabriken, sondern auch die Schulen vom Lock down betroffen waren, veränderte unser aller Leben.

Foto © Sigrid Wozonig

ERKENNTNISSE AUS DER CORONA-KRISE

Corona - ein Boost für den digitalen Unterricht

Kaum etwas war noch wie wir es bis dahin gewohnt waren. Home Office und Home Schooling, Distance Learning war nun angesagt. Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen waren nun gezwungen, neue Wege zu gehen. Die Digitalisierung erlebte einen wahren Boost. Auch die digitale Unterrichtsentwicklung erlebte einen Quantensprung, in Breite und Tiefe.

Viele LehrerInnen ergänzten ihren Unterricht um neue Möglichkeiten. Online-Technologien bestimmten nun noch stärken unseren Alltag, unsere Freizeit, unsere Arbeit, das Lehren und Lernen.

Lernen im vertrauten Zuhause - das klingt doch super.

Galt bis dahin für viele SchülerInnen und Eltern die Schule als Ort des Lernens, so war es nun definitiv für alle das eigene Zuhause. Lernen daheim in vertrauter Umgebung, dort wo man sich wohl fühlt, im eigenen Ambiente, im Kreise der Familie, umgeben von Menschen, denen man nahe steht, die man liebt, die immer für einander da sind, die zu einem stehen und einen unterstützen. Dazu alle erforderlichen Lernmaterialien wie Bücher, Videos, Webseiten, Podcasts u.a. Aber auch neue Technologien, Softwareanwendungen, Lernspiele und dazu klare Anweisungen und Anleitungen seitens des Lehrpersonals sowie die Freiheit, selbst entscheiden zu können, was man wann und wie lernen möchte (vormittags, nachmittags, am Abend, am Wochenende). Das klingt doch eigentlich super.

Selbstbestimmtes Lernen gepaart mit Online-Aktivitäten, wobei man sich mit LehrerInnen und anderen SchülerInnen unterhalten und diskutieren, Wissen austauschen und Fragen stellen kann. Man sollte vermuten, das alles fördere nicht nur die Aktivität der SchülerInnen, sondern letztlich auch ihre Leistungen.

Einige sind "abhanden" gekommen.

Doch weit gefehlt. Schlussendlich kamen dem System so etliche SchülerInnen „abhanden“. Sie fühlten sich allein gelassen. Fehlende Struktur, Überforderung mit den digitalen Medien, der neuen Technologie sowie der Freiheit von Selbstbestimmung, ließ so manche/n SchülerIn verzweifelt zurück. Das führte dazu, dass die Schere zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen SchülerInnen noch weiter auseinander ging.

Dies gilt es nun zu ändern. So rasch und effizient wie möglich. Es ist die vordringlichste Aufgabe, diese SchülerInnen abzuholen und möglichst rasch wieder an den Rest heranzuführen.

Die Schule als Ort des Miteinanders

In dieser Zeit der Krise mussten wir alle erkennen, welchen Stellenwert die Schule hat, wie wichtig sie als Institution in unserer Gesellschaft ist. Sie ist eben nicht nur ein Ort des Lehrens und des Lernens, sondern ein Ort des Miteinanders. Es ist auch und vor allem ihre soziale Kompetenz, auf die wir in unserer Gesellschaft nicht mehr verzichten können. Vielen Eltern wurde in dieser Zeit vor Augen geführt, welch hervorragende Arbeit Österreichs LehrerInnen leisten.

Nun gilt es, die neu gewonnen Erkenntnisse in den traditionellen Schulunterricht einfließen zu lassen, die digitalen Kompetenzen weiter zu nutzen und zu stärken.

Wie das aussehen kann lesen Sie in Teil 2 unseres Gastbeitrages: "Blended Learning".

Erstellt am 03.07.2020

Gestärkte Kinderrechte:

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Über die Autorin/den Autor:

Sigrid Wozonig, BeD

Dipl Päd.in

Sigrid ist Lehrerin an der DIGITAL-Mittelschule St. Leonhard. Für sie ist die Kommunikation mit Kindern sehr wichtig – auch digital. Nicht zuletzt ist diese die Basis für die Beziehung zwischen den Kindern und deren Schulen. Auch das handelnde Lernen im Bereich der Robotik ist ihr ein großes Anliegen.

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