Aufklärung für Eltern, Kinder und Jugendliche mit Infos und Tipps von der SVB Sicherheits- und Gesundheitsbeauftragten Bernadette Müller

Weiter geht es in der Recherche! Als Expertin für Gehörschutz wurde mir  Bernadette Müller von der Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) empfohlen. Die Beauftragte für Sicherheit und Gesundheit setzt auf Information und Aufklärung:

Bereits ab einem Schallpegel von 85 Dezibel (dB) können die empfindlichen Hörzellen in unseren Ohren geschädigt werden. In der Berufswelt ist ab diesem Pegel ein Gehörschutz verpflichtend zu verwenden!

Für Kinder und Jugendliche liegt die Gefahr einer Hörschädigung vor allem in der Freizeitgestaltung – aufgrund lauter Spielzeuge, beim Musikhören mit Kopfhörern via Handy oder MP3-Player oder bei Diskobesuchen. 


Ab wann es gefährlich wird

Für die Einschätzung des Lärms im Alltag nennt Bernadette Müller folgende Faustregel: Wenn auf einem Meter Entfernung die Verständigung zwischen zwei Menschen mit normaler Lautstärke nicht mehr möglich ist, liegt wahrscheinlich bereits ein das Gehör schädigender Lärm vor.

Ob Lärm das Gehör schädigt hängt nicht nur von der Höhe des Schallpegels ab, sondern auch von der Dauer der Einwirkung. Beispielsweise können 85 dB 8 Stunden lang ausgehalten werden ohne dass eine Hörschädigung eintritt. Bei 91 dB sind es nur noch 2 Stunden.[1]


Geschädigte Hörzellen sind  irreparabel

Die durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit (= Lärmschwerhörigkeit) ist nicht heilbar. Bei Gehörschäden im Sprachbereich helfen oft keine Hörgeräte mehr.


Aufklärung hilft

Zur Information für Eltern bzw. Kinder und Jugendliche empfiehlt Bernadette Müller folgende Videos und Grafiken:

Wie hören funktioniert

Tatort Ohr – Eine Reise in das Ohr von Hannes

Warum Lärm krank macht

Lärmskala: https://www.feel-ok.at/files/themen/laerm_schalldruckpegelskala.pdf

 

Empfehlung: Lärm meiden, Pausen einlegen

Die Sicherheitsbeauftragte hält es für den besten Schutz, Lärm zu meiden, wann immer es möglich ist. Kinder sollten von vornherein von Lärm ferngehalten werden. Nach einer Lärmeinwirkung sollte man dem Gehör absolute Stille zur Erholung gönnen!

 

Herzlichen Dank an Frau Müller für das informative Gespräch!

Interessante Links zum Thema:

Gestärkte Kinderrechte:

[1] Zulässige Einwirkungszeit bei Lärm: http://www.sengpielaudio.com/ZulaessigeEinwirkungszeit.htm

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2 Kommentare zu “Expertinnen-Sicht: „Kinder vom Lärm weghalten!“”

  1. Heidi Jursitzky sagt:

    Wir sind doch sehr häufig Lärm ausgesetzt, nicht nur bei Veranstaltungen, sondern auch zum Beispiel auf Bahnhöfen. Ich bin fast ausschließlich mit dem Zug unterwegs, da fällt mir immer wieder auf, wie laut die Durchsagen sind, dass ich mir öfters die Ohren zu halten muss. Bei Verspätungen werden die Ansagen auch sehr häufig wiederholt, sodass eine wirkliche Lärmbelästigung entsteht. Besonders für Kindern, die sich die Ohren noch nicht zuhalten können. PS: Ansonsten ist mit der Bahn fahren angenehm und umweltfreundlich.

  2. Heidi Jursitzky sagt:

    Die Kinder vom Grazer KinderParlament empfinden folgendes als Lärm: Autos, Autobahnen, Bim, Bus, Zug, Motorrad, laute Musik, Krieg, Bomben und Sirenen.
    Angenehm empfinden sie es im Wald, am Strand, am Meer, unter der Decke, in der Therme im Ruhebereich und im eigenen Kinderzimmer.

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Über die Autorin/den Autor:

Sonja Buchegger

BSc.

Sonja ist im Kinderbüro für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sie liebt es Worte an ihren Platz zu bringen und  strukturiert gerne. Oft fragt sie sich, was im Hintergrund passiert. Das mag mit ihrer zweiten Berufung zur Psychotherapeutin zusammenhängen.

Auch deine Ohren brauchen Ruhepausen!