Das Lernen zuhause stellt Familien vor zusätzliche Herausforderungen. Ein Versuch die bestmöglichen Bedingungen für Kinder zu identifizieren und gleichzeitig die Eltern zu entlasten.

Vertrauen ist gut.

Kinder brauchen in dieser Ausnahmesituation das Vertrauen der Eltern. Diese können ihnen zutrauen, dass sie die Aufgaben, die sie von ihren LehrerInnen zugeteilt bekommen, bewältigen können.

Vertrauen sollten Eltern auch den PädagogInnen entgegenbringen, die abschätzen, was an Aufgaben bewältigbar ist bzw. welche Übungen passend sind.

Aufgaben abgrenzen.

„Home Learning“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Elternteil immer neben dem Kind sitzen muss, während es lernt bzw. übt. Eltern sind nicht dazu angewiesen, mit ihren oder womöglich gar statt ihren Kindern die Schularbeiten zu erledigen. Eltern sind nun auch nicht plötzlich in der Rolle von LehrerInnen, die neuen Schulstoff vermitteln sollen.

Zu den Aufgaben der Eltern gehören:

  • Einen Lernplatz einrichten: Gestalten Sie diesen Ort möglichst neutral und ablenkungsfrei - ohne Spielzeuge, TV-Gerät, Hintergrundgeräusche etc.
  • Einen Zeitplan erstellen: Wann wird gelernt bzw. geübt, pausiert und/oder gegessen und wann hat das Kind Freizeit?
  • Lernziele mit dem Kind besprechen: „Was haben wir denn heute vor?“ Vereinbaren Sie gemeinsam kleine (Zwischen-)Ziele. Lassen Ihr Kind überlegen, wie lange es für einzelne Aufgaben brauchen wird. So fördern Sie es in der Entwicklung seines Zeitmanagements.
  • Unterstützung bei eventuell auftretenden technischen Problemen
  • Kontakt mit der Peergroup fördern: Kinder sollten möglichst Kontakt zu ihren KlassenkameradInnen halten, um sich austauschen zu können. Gut umsetzbar sind Lerngruppen über Videotelefonie-Dienste wie Skype oder Zoom.
  • Nachbesprechung: Was hat heute gut funktioniert? Was hat nicht funktioniert! Hat die Zeit ausgereicht? So lernen Eltern die Stärken und Schwächen des Kindes kennenlernen und können bei den folgenden Aufgaben darauf eingehen.

Praxistipp: „Aufgabentafel“ zur Förderung der Selbstorganisation
Sie brauchen eine Magnet- oder Korktafel. Drucken Sie verschiedene Symbole aus, die für die verschiedenen Aufgaben des Kindes am Tag stehen. Diese versehen Sie je nach Tafel mit einem Magneten oder einer Stecknadel. Dann teilen Sie den Tag auf der Tafel in Stunden ein. Lassen Sie Ihr Kind, wenn es eine Aufgabe erledigt hat, das jeweilige Symbol auf der Tafel anbringen - am Abend kann man gut sehen, was sich ausgegangen ist und was nicht. Übriggebliebene Symbole lassen sich dann in den Folgetag mit hineinpacken… Die nächsten Tage lassen sich je nach Ergebnis anpassen und planen.

Ausreichend ist gut genug.

Ein mögliches Mehr an „freier Zeit“ sollte nicht in ehrgeizige „Unterrichtsersatzprojekte“ investiert werden. Im Normalfall kommen die Kinder nicht mit einem „Wettbewerbsnachteil“ wieder zurück in die Schule. Es ist nicht nötig, noch zusätzlich stundenlang mit ihnen zu üben oder sie mit zusätzlichen schulischen Aufgaben zu versorgen.

Gefahr den Anschluss zu verlieren, laufen allerdings Kinder, deren Eltern beispielsweise über mangelnde Deutschkenntnisse verfügen oder wo technische Ausrüstung fehlt. Hier könnten „virtuelle Lern-Buddies“ Abhilfe schaffen: Kinder mit guten Voraussetzungen helfen Kindern, die daheim nicht so gute Rahmenbedingungen vorfinden. Dazu, wie solche Hilfestellungen konkret aussehen könnten, haben die Kinder selbst bestimmt die besten Ideen – Smartphones und diverse Apps ermöglichen Einiges. Ansonsten lassen sich knifflige Aufgabenstellungen immer noch per klassischem Telefonanruf klären.

Mal was Anderes.

Zuhause kann es auch mal weg vom klassischen Lernen gehen. Gewichtsmaße lassen sich zum Beispiel sehr gut beim Kochen, konkret beim Abwiegen der Zutaten lernen. Die Grundrechnungsarten lassen sich gut im Kaufmannsladen üben, beispielsweise indem man Geldscheine mit den Kindern selbst malt, ausschneidet und kleine Rechenaufgaben ins Spiel einbaut.

Viele abwechslungsreiche Übungen und Anleitungen zu den verschiedenen Fächern und für alle Altersgruppen finden sich bereits auf youtube.

Danke an Martha Buchegger für den großen inhaltlichen Beitrag!

Interessante Links zum Thema:

Gestärkte Kinderrechte:

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Ein Kommentar zu “Home Learning: Kinder brauchen einen Rahmen zum Lernen und Üben”

  1. Seit Ende der 19r Jahre erfuhr das E-Learning durch die Verbreitung des Internets einen starken Aufschwung. Der Begriff „E-Learning“ hat sich seit Mitte der 19r Jahre etabliert. Das Bundesministerium fur Bildung und Forschung hat seitdem einige Initiativen ins Leben gerufen. Dazu gehoren zum Beispiel die Initiativen „ Schulen ans Netz “ (zum Ende des Jahres 2012 eingestellt), „Neue Medien in der Bildung“ und „Notebook-University“.

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