Fachgespräch: Kinderrechte und Beteiligung

In diesem Gespräch ging es um Methoden, mit welchen Kinder und Jugendliche im schulischen Alltag beteiligt werden können. Schüler:innen, Lehrpersonen und eine Direktorin diskutierten mit uns zu folgenden Fragen: Wie können Schüler:innen in der Schule mitbestimmen? Wo möchten Schüler:innen (mit-)gestalten? Welche Vorteile bringt das? Wie kann Mitbestimmung und Mitwirkung gelingen?

Zusammenfassend wurden folgende Tipps für die Integration von Beteiligungsmöglichkeiten im schulischen Alltag weitergegeben:

  • So können Schüler:innen starten: Am besten als Gruppe! Gehe zu einer Lehrperson, wo du weißt, dass Sie engagiert ist. Gehe am besten bereits mit Ideen und einem Plan hin! Bringe konkrete Wünsche und Ideen sowie Änderungswünsche die realistisch sind. Du möchtest, dass dein Gegenüber mit dir kooperiert und musst auch selber kooperieren. Ein erster Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung.

  • Bedenken von Lehrer:innen: Angst, dass zu viel kommt oder zu wenig Kooperation von Schüler:innen, Angst, Macht abzugeben. Der Anfangsschritt sowie Hierarchien müssen überwunden werden.

  • Gelebte Beteiligungsmethoden sind: Klassenrat, Morgenkreis, Lernbüros, Freiarbeitszeit von 25 Min., Ökoparlament, Peergruppen

  • Vorteile sind: Kinder lernen Gefühle zu zeigen, es gibt Zeit, Grundbedürfnissen Raum zu geben. Den Kindern selbstbestimmtes Lernen zu ermöglichen bedeutet zukunftsorientiertes Lernen zu ermöglichen.

  • Schüler:innen sollen mutig sein, sich trauen ihre Anliegen und Ideen bei den Erwachsenen einzufordern. Beispielsweise können direkte Anfragen bei der Direktion helfen. Teilnahme an der Schülervertretungswahl.

  • Vorteile aus Schüler:innensicht: Wir fühlen uns in der Schule wohler und gehen lieber hin. Wir sind motivierter, hilfsbereiter und kooperativer weil wir unser Leben mitgestalten können. Wir verbringen immerhin sehr viel Zeit an der Schule. Wir streiten nicht so viel, wenn ich weiß, dass ich gehört werde bin ich auch eher bereit auf andere zuzugehen und kooperiere eher. Es gibt nicht so viel Klinsch zwischen Schüler:innen und Lehrer:innen.

Herzlichen Dank an unsere Diskussionsgäste: die Schüler:innen des BG/BRG/MG Dreihackengasse Graz und Mag.a Bernadette Nagl (Klassenvorständin), Mag.a Sieglinde Binder-Knoll und Schüler:innen des BRG Boerhaavegasse Wien (Ökoparlament) sowie Angela Kahr-Huber, BEd (Direktorin VS Neudorf/ Passail, Schule im Aufbruch)!

Moderiert wurde dieses Fachgespräch am 18.11.2021 von Romana Rossegger, BA (Kinderbüro - Die Lobby für Menschen bis 14). Ein Audio-Mitschnitt wird ab Jänner 2022 zum Nachhören zur Verfügung gestellt.


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